Zwei Radfahrer auf dem Weg der Zisterzienser
Rund 2.000 Kilometer, 16 Klöster, acht deutsche Cisterscapes-Partnerstätten und unzählige Erlebnisse: Wolfgang Frommer und Jürgen Wörsinger haben sich auf eine außergewöhnliche Reise begeben. Mit dem Fahrrad folgten sie dem Cisterscapes-Fernwanderweg durch verschiedene Regionen Deutschlands und haben dabei Geschichte, Landschaft und Gastfreundschaft hautnah erlebt.
Nach zahlreichen Kilometern kehrten die beiden bei hochsommerlichen Temperaturen wohlbehalten nach Maulbronn zurück. Dort wurden sie in der vergangenen Woche von Bürgermeister Aaron Treut herzlich empfangen.
Bei einem gemeinsamen Austausch, an dem auch Martin Ehlers und Frauke Schütz von der Geschäftsstelle Cisterscapes Maulbronn/Stromberg teilnahmen, wurde auf die zahlreichen Erlebnisse, Begegnungen und Herausforderungen der vergangenen Wochen zurückgeblickt.
Dabei wurden die besondere Leistung und das außergewöhnliche Engagement der beiden Radfahrer gewürdigt. Mit ihrer Tour haben die beiden nicht nur sportlichen Ehrgeiz bewiesen, sondern auch das Cisterscapes-Netzwerk im wahrsten Sinne des Wortes „erfahren“.
Am 1. Juni 2026 ging es los. Nach monatelanger Planung und Vorbereitung machten sich die beiden Radfahrer vom Klosterhof aus auf den Weg. Ihr Ziel: Alle deutschen Cisterscapes-Partnerstätten zu besuchen und den Spuren der Zisterzienser zu folgen – ein Orden, der seit dem Mittelalter Landschaften prägte, v. a. beeindruckende Wasserwirtschaftssysteme entwickelte und Europa durch ein enges Netz von Mutter- und Tochterklöstern verband.
Schon die ersten Etappen hatten es jedoch in sich. Zwar zeigte sich das Wetter zum Start von seiner besten Seite, doch schon bald folgten kräftiger Wind, Starkregen und anspruchsvolle Anstiege. Doch weder ein Schlauchwechsel, umgestürzte Bäume oder unbefahrbare Wege konnten die Motivation der beiden bremsen. Mit dem nötigen Humor meisterten sie auch schwierige Situationen. „Das Gute an Regen: das meiste geht daneben“, brachte Jürgen Wörsinger die Einstellung der beiden treffend auf den Punkt. Und so ging es unbeirrt weiter – von Kloster zu Kloster. Dabei füllte sich ihr Pilgerpass nach und nach mit zahlreichen Stempeln der besuchten Stationen.
Unterwegs besuchten sie insgesamt 16 ehemalige Zisterzienserklöster, die auf dem Weg lagen. Acht dieser Klöster sind Teil des Cisterscapes-Netzwerks. Besonders beeindruckt zeigten sie sich von der Gastfreundschaft, die ihnen entgegengebracht wurde. Überall wurden sie herzlich empfangen. Unterschiedliche Führungen ermöglichten spannende Einblicke in die Geschichte der Klöster und ihrer Kulturlandschaften. Bei gemeinsamen Gesprächen fand ein reger Austausch mit den Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern der Cisterscapes-Einzelstätten statt. Auch das gemeinsame Radeln durch die Kulturlandschaft kam dabei nicht zu kurz. So wurde ihnen die Kulturlandschaft teilweise direkt vom Fahrradsattel aus vermittelt.
Insgesamt wurde die Reise zu einem lebendigen Zeichen des europäischen Netzwerkgedankens, den Cisterscapes verkörpert.
Neben den historischen Stätten lernten die beiden auch die kulinarischen Besonderheiten der jeweiligen Regionen kennen. Regionale Spezialitäten, kleine Einkehrmöglichkeiten und spontane Begegnungen am Wegesrand sorgten immer wieder für besondere Momente.
Das Leben unterwegs hatte dabei seinen ganz eigenen Rhythmus. „Man ist wie ein Vagabund, jede Nacht woanders und man weiß am nächsten Tag nicht, auf welcher Seite man aufstehen muss“, beschreibt Wolfgang Frommer schmunzelnd die Herausforderungen des Reisens. Trotz aller Anstrengungen überwiegen die positiven Erinnerungen. Nach mehr als drei Wochen im Sattel ziehen die beiden ein begeistertes Fazit: „Es hat Spaß gemacht!“
Wer tiefer in die außergewöhnliche Reise eintauchen möchte, erhält hierzu Gelegenheit bei einer geplanten Vortragsveranstaltung. Dort werden die zwei Radler von ihren Erlebnissen berichten und besondere Momente ihrer Reise noch einmal Revue passieren lassen. Weitere Informationen werden rechtzeitig bekannt gegeben.


